Literaturtage in Schwabach Lesung

Meine Lesung an dem Wolfram-Eschenbach-Gymnasium in Schwabach

Letztes Jahr im April, erreichte mich eine Mail von einem Levi M. Erst glaubte ich, dass es sich hierbei um einen Scherz handelte, doch beim genauen Lesen der Mail fand ich heraus, dass Levi mich bei der Lesung in der Schwabacher Bibliothek gesehen hatte und mich somit zu dem Literaturfest des Gymnasiums einladen wollte.

Mich wunderte es, dass man mich ein dreiviertel Jahr vorher anfragte, aber nachdem ich gesehen habe, was für einen Aufwand sie betrieben hatten, war mir klar, dass man dafür wirklich eine lange und vor allem umfangreiche Planung benötigten.

Gelder mussten aufgetrieben, die passenden Autoren angeschrieben werden, etc. Das alles wurde von einem Projekt-Seminar der Abschlussklasse des Gymnasiums vollzogen. Wahnsinn! Wenn man mich fragt, ich war restlos begeistert von dem was diese jungen Leute, trotz des Abitur-Stresses aufgebaut haben. Da für alle bald die Prüfungen anstehen und sie viel pauken müssen, fiel dieses Literaturfest toll aus.

Jetzt aber möchte ich Levi das Wort übergeben, denn der hat ein paar Zeilen für meinen Blog dazu geschrieben. Herzlichen Dank!

Schulgebäude mit direktem Link
Bericht von Levi M.:

Ein Jahr hatten wir, ein P-Seminar bestehend aus zwei Lehrerinnen sowie zehn Schülern und Schülerinnen, um den Literaturtag 2019 am Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium in Schwabach vorzubereiten. Während dieser Zeit galt es, zahlreiche Autor*innen einzuladen, Sponsoren für unser Fest zu gewinnen sowie Lehrer*innen davon zu überzeugen, Workshops zu organisieren. Die gemeinsame Arbeit formte aus unserem Seminar ein eingespieltes Team, aus dem Projekt wurde eine Herzensangelegenheit. Wir wollten das Fest, welches zum mittlerweile 19. Mal an unserer Schule stattfand, mit unseren eigenen Ideen gestalten und ein umfassendes und spannendes Programm auf die Beine stellen. Nach vielen gemeinsamen Treffen rückte der 18. Januar immer näher bis schließlich die ersten Autorinnen und Autoren an unserer Schule eintrafen. Darunter auch eine gewisse Frau Krumbiegel…

Nachdem wir beide über Monate nur über E-Mails oder telefonisch Kontakt hielten, freute ich mich auf die persönliche Begegnung. Zwar blieb am Tag selbst nur wenig Zeit für Gespräche, doch gleich zwei Mal konnte ich dafür ihrer Lesung lauschen. Souverän meisterte die Schriftstellerin dabei nicht nur den Ausfall des Mikrofons, sondern gewann früh auch die Herzen der Zuhörer*innen durch die einfühlsame und interaktive Lesung. Schnell waren die Störenfriede unter der Schülerschaft in der ersten Reihe ausgemacht und die anscheinend drängende Fragen nach dem Beziehungsstatus der Autorin geklärt, sodass man sich sogleich der spannenden Lesung widmen konnte. Der Reaktion der Schüler*innen nach liegt die Annahme nicht fern, dass sich an dem Tag einige neue Leserinnen und Leser gefunden haben, die der Geschichte Nadjas mit Freude folgen werden.

Ich danke dir, Steffi, auf jeden Fall mit ganzen Herzen für deinen Besuch an unserer Schule, für den du immerhin den langen Weg aus dem Süden Bayerns unter den erschwerten Bedingungen, die der Schneefall mit sich brachte, auf dich genommen hast. Deine Lesung war eine wunderbare Bereicherung für unser Fest, die unter der Schülerschaft auf großen Zuspruch gestoßen ist. Und, wer weiß, vielleicht war dieser nicht dein letzter Besuch an unserer Schule, in zwei Jahren findet schließlich bereits der nächste Literaturtag statt…

Herr Schönlein (links), Levi (rechts)
Zurück zu mir

Leider war das Wetter am 18.01.2019 nicht so berauschend. Ich fuhr bei leichtem Schneefall los, zwischendurch schien die Sonne, bis ich direkt ins nächste Schneechaos fuhr. In Schwabach gibt es wohl keinen Winterdienst, also rutschte ich mehr in die Schule, als dass ich es hätte Fahren nennen können. Dafür empfing mich gleich Bruce Schönlein. Lehrer und ein sehr netter junger Mann, der mich herum führte, mir zeigte wo es Kaffee gab und schnell stellten wir fest, dass wir die Kaffeesucht miteinander teilen.

Wir verstanden uns umgehend. Er erzählte mir, dass die Literaturtage nun das 19. Mal stattfanden und alle zwei Jahre veranstaltet werden. Außerdem erfuhr ich, dass das Wolfram-Eschenbach-Gymnasium eine musische Ausrichtung hat. Dadurch versucht man die Künste Tanz, Musik, Theater und eben auch Literatur zu verbinden. Deshalb wurde auch am Eröffnungsabend (leider konnte ich mir das nicht ansehen, aber meine Autorenkollegin Irene L. Krauss schwärmte in den höchsten Tönen davon) „Der große Gatsby“ aufgeführt. Neben den Lesungen gab es auch Workshops, doch dazu kam ich leider nicht. Dafür durfte ich vor den 7. Und 8. Klassen je eine Stunde lesen. Zwischendurch führte mich Herr Schönlein noch in die Mensa, wo es eine kleine Stärkung gab. Wirklich, er wich nicht von meiner Seite. Da fühlt man sich wahrhaftig im Autorenhimmel, wenn man so zuvorkommend umsorgt wird.

Ich fand es spannend was für Fragen diese jungen Menschen hatten und wie sie dann bei der Lesung mitfieberten. Wie sie auf meine Bücher reagierten. Wirklich, mit so viel Begeisterung hätte ich nie im Leben gerechnet.

Am Ende versumpften Domi Stahl, Irene L. Krauss, Herr Schönlein und ich noch ein wenig im Autorenzimmer. Wir alle plauderten noch miteinander, bis wir die Heimreise antreten mussten.

Mir hat es total viel Spaß gemacht und ehrlich, ich würde liebend gern mehr mit und an Schulen machen wollen. Mal sehen was die Zukunft noch so bringt, doch für mich war der 18. Januar in Schwabach ein Tag der mich absolut glücklich gemacht hat.

Zum Schluss

Herzlichen Dank an Levi Miederer, Bruce Schönlein, dem Direktor Herrn Dr. Kifmann und natürlich all den Veranstaltern des P-Seminars.

 

Autor: Steffi Krumbiegel

Autorin und leidenschaftliche Leserin. Auf diesem Blog möchte ich meine Leidenschaft mit anderen teilen. Alles auf diesem Blog dreht sich um Literatur, das Schreiben und natürlich das Lesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.