Reisebericht Dordogne - Frankreich

Mein Reisebericht über die Dordogne

Bei uns ist das mit der Urlaubsplanung echt schwierig, nachdem die Große nicht fliegen mag, wir keine Strandmenschen sind und immer wieder Sehenswürdigkeiten brauchen. Deshalb nahm ich das Angebot von Verena Dahms an. Die letztes Jahr in Berlin vorschlug, dass wir sie mal besuchen sollten. Sie empfahl uns eine Unterkunft und schon wurde die Reise gebucht.

Freitagabend 22.00 Uhr fuhren wir los. 1275km lagen vor uns. Ich fuhr bis hinter Stuttgart, wo es einen ausgewachsenen Wolkenbruch gab und man die Straße nicht mehr sehen konnte, wir anschließend tauschten und mein Mann übernahm. Bevor ich einschlief überquerten wir noch die Grenze, die im Elsass liegt. An der Stelle muss ich einmal erwähnen, dass Christian ein geduldiger Autofahrer ist und uns überall hinbringt. In Rom bin ich keinen Meter gefahren, doch er meistert das immer. Irgendwann meinte das Navi „noch 300km bis zum Ziel“. Meine Verwunderung war groß, denn es zeigte weitere 6 Stunden an. Für 300km?

Wirklich, wir glaubten es verarscht uns, sei defekt, aber nein, die Strecke führte uns durch 300km wunderschönes Land, wo man teilweise nur 30 km/h fahren durfte. Gut, dass die Franzosen geduldige Autofahrer sind, denn es störte keinen, das wir uns brav ans Tempolimit hielten. Was man in Frankreich wirklich tun sollte!

Gensac

Gegen 15.00Uhr erreichten wir Samstag unsere Unterkunft in Gensac. Ein hübsches verschlafenes Örtchen mit alten typischen Häusern der Region und genau in einem solchen Häuschen durften wir zwei Wochen verbringen. Unsere Gastgeber empfingen uns freundlich, ein Empfangsessen gab es an dem Abend auch noch und wirklich, ich kam dadurch umgehend an. Junior freute sich riesig über den Pool und wir Eltern brauchten dringend etwas Schlaf.

Link führt zu unserer Unterkunft.

Allein über das französische Essen könnte ich einen Beitrag verfassen. Hier nur ein paar Hinweise. Die Lebensmittel sind recht teuer, dafür ist die Qualität der Wahnsinn. Außerdem sind einheimische Produkte günstiger und hier empfehle ich einen Besuch auf den zahlreichen Wochenmärkten, da man so einiges sparen kann. Fleisch ist sehr preiswert und Wurst, wer gern Aufschnitt mag, sollte sich den mitnehmen. Denn das können sie nicht. Dafür Pasteten und andere Aufstriche sowie die leckersten Käsesorten die man sich vorstellen kann. Und wer glaubt, dass man diese 4 Gänge Miniportionen, die man aus unseren Restaurants kennt, bekommt, irrt sich ebenfalls. Ich hab noch nie so viele Köstlichkeiten hintereinander genießen dürfen, leider bekam das meiner Linie so gar nicht. Aber was solls, wir waren ja im Urlaub.

Doch nun zu einigen Highlights unserer Reise:
Saint Émilion

Ein idyllisches Städtchen, welches auf einem Hügel umringt von Weinbergen liegt. Das Kloster aus dem 12.Jhd. kann man kostenlos besichtigen, wenn man auf eine Weinprobe verzichtet. Leider kommt man so nicht in die unterirdischen Gänge des Klosters und kann sich nur mit ein paar Details der Außenanlage vergnügen. Nachdem um 11Uhr Vormittag noch keiner von uns Lust auf Wein hatte, durchkämmten wir die Stadt. St. Émilion ist eine Touristenhochburg und ich empfehle dringend Turnschuhe zu tragen. Die Wege bestehen aus alten Pflastersteinen und sind sehr steil sowie rutschig, selbst wenn es trocken ist. Wenn man die unterirdischen Gewölbe des Chateau sehen möchte, bekommt man die Tickets leider nur in der Touristeninformation, die leider direkt in der Mitte der Stadt liegt und wir uns bei 40°C dagegen entschieden haben. Dafür besuchten wir den Klostergang der Franziskanermönche, der zeitgleich etwas Schatten bot und die Felsenkirche im Stadtzentrum.

Was wir bei unserem ersten Ausflug gleich kennenlernen mussten, dass man mit Deutsch so gar nicht weit kommt. Selbst in den Touristeninformationen sind Ratgeber auf Deutsch absolute Mangelware, dafür kommt man mit Englisch sehr weit. Eine Kugel Eis in Frankreich kostet etwa 2,50€, dafür sind die Leute unglaublich freundlich. Im Übrigen, man wunderte sich immer wenn man sich als Deutscher outete, es kommen ja nur wenige dahin.

Bergerac

Einigen sagt Cyrano de Bergerac sicherlich etwas. Der Schriftsteller, der in Wirklichkeit nur eine Romanfigur ist, kam zwar nicht aus der Gegend, nur der Nachname gleicht der Stadt und dennoch findet man hie und da eine Statue des Dichters. Bergerac wurde schnell zu unserer Lieblingsstadt. Sie ist klein, besitzt einen süßen historischen Stadtkern, die Dordogne schlängelt sich hindurch und eine der Brücken wurde von Gustave Eiffel gebaut. Man kann ein Tabakmuseum, eine beeindruckende Kirche und die hübschen Einkaufsstraßen bewundern. Da Bergerac keine so große Touristenhochburg ist, kann man eine Flussrundfahrt sowie einige andere Dinge unternehmen, die in den Ballungsgebieten teurer sind. Das kleine Weinmuseum kann man kostenlos erkunden und in dem anliegenden Weingeschäft die Weine der Gegend probieren sowie erwerben. Hier auch ein kleiner Tipp von mir. Wenn man sich in der Region befindet und ein Chateau besucht, sind dort die angebotenen Weine sehr teuer. In den Orten oder Supermärkten bekommt man die gleichen, für einen Bruchteil des Preises.

Mein Treffen mit Verena Dahms

Wie zwei alte Freundinnen begrüßten wir uns, lernten ihren Mann kennen und fühlten uns absolut wohl bei den beiden. Sie besitzen ein hübsches Häuschen, in dem typisch alten Stil, welches fern ab von all dem Trubel der Menschheit liegt. Die kleine Katze muss natürlich auch erwähnt werden, da die Kinder sich permanent mit ihr beschäftigten. Manfred grillte hervorragend und wir Mädels plauderten über das Leben, die Bücher und natürlich unser geplantes Wiedersehen in Berlin. Wir können es kaum erwarten. Außerdem möchte ich jetzt unbedingt ihr neues Buch lesen, was in der Dordogne spielt. Deine Küsse schmecken wie süße Erdbeeren. Ihr solltet es euch unbedingt mal ansehen.

Nachdem uns ein Abend nicht reichte, sahen wir uns in der Woche drauf noch einmal. Verena hat uns restlos verwöhnt und wir kommen bestimmt mal wieder. Da verzeihe ich auch die vielen 30km/h Gebiete (Zonen – währen echt untertrieben).

Lascaux

Jeder kennt die berühmten Steinzeitmalereien die unter anderem aus Lascaux stammten. Nachdem wir das unbedingt auch sehen wollten, fuhren wir natürlich hin. Die Originalhöhle darf man nicht besichtigen, dafür gibt es aber zwei Nachbauten. Lascaux II und IV. Wenn man hinkommt entdeckt man gleich das neugebaute Centre, was mit viel modernen Installationen zu bewundern ist. Wir entschieden uns hingegen für Lascaux II, das weiter oben in der unmittelbaren Nähe zum Original liegt. Umgeben von Bäumen, auf einem Berg liegt die Höhle verborgen. Man sollte viel Zeit einplanen, besser noch vorher reservieren, damit man die deutsche Führung ansehen kann. Wir sind natürlich auf gut Glück hin, kamen in eine französische Führung hinein und ich kaufte mir ein Buch, indem der ganze Inhalt der Führung stand. Wir hatten ja 90Minuten Wartezeit. Wobei das in Frankreich nicht schlimm ist, es geht eben alles gelassener zu als wie bei uns und wir hatten uns schnell daran gewöhnt.

Kleine Nebenbemerkung: Die Höhlen sind nichts für Leute die sich in dunklen, engen Räumen befürchten. Wer einen leichten Hang zur Platzangst hat, sollte sich das ebenfalls sehr gut überlegen.

Chateau de Commarque

Direkt nach Lascaux, zuckelten wir nach Commarque. Das Navi meinte sich einen Spaß zu erlauben, denn wir landeten erst einmal auf dem Acker. Mitten im Nirgendwo. Mein Mann fluchte, beschloss zurück zu fahren, bis ich ein Schild entdeckte. Wir versuchten es mal mit Wegbezeichnungen und siehe da, wir landeten auf einem Schotterparkplatz mit Wegweiser. Definitiv ist dieser Ort für Rollstuhlfahre nicht geeignet, denn erst einmal wandert man durch unwegsames Gelände. Kinderwägen sollten gehen, wobei das Kleinkind dann gut durchgeschüttelt wird.

Dort angekommen trauten wir unseren Augen kaum. Eine bezaubernde Ruine erhob sich vor uns, an der man perfekt den Wandel der Menschheitsgeschichte erleben konnte. Im unteren Bereich lebten einst die Höhlenmenschen, bis sie ein Dorf auf dem Hügel errichteten und im Laufe der Jahrhunderte eine Burg entstand. Immerhin bekamen wir einen Schnellhefter in die Hand gedrückt, auf der einige Infos zum Ort, dessen Entstehung und Hintergründe auf Deutsch standen. (Die englischen sahen recht mitgenommen aus, die Deutschen absolut unberührt. Da kommt wohl wirklich keiner hin.)

Mit Lascaux erlebten wir 17.000Jahre Menschheitsgeschichte und nach diesem Tag hatten wir uns restlos in unser Urlaubsziel verliebt. Dabei hatten wir noch nicht einmal Halbzeit.

Bordeaux

Schöne große Stadt, mit vielen alten Häusern und zwei Märkten, die wir uns ansahen. Irgendwie war uns dann doch nicht nach Großstadt zu Mute. Nachdem wir die Ruhe des Landesinneren auf uns übertragen hatten, schienen wir nicht bereit zu sein. Wir liefen durch die Innenstadt, betrachteten die Spiegelfläche, spazierten an der Promenade entlang, doch aus einem unerfindlichen Grund, gefiel es uns allen nicht. Also fuhren wir nach 14 Kilometern Stadtspaziergang an den Atlantik.

Es gibt in der Ecke zwei bekannte Strände. Einmal Lacanau, welcher direkt hinter Bordeaux liegt und ein absolutes Surfer Paradies ist. Leider sind dort die Wellen so hoch, dass dieser Strand nicht sonderlich gut für Familien und Kinder geeignet sind. Außerdem sollte man viel Sonnencremé einpacken, denn man bekommt innerhalb von wenigen Minuten einen heftigen Sonnenbrand. Sogar ich bekam endlich mal etwas Farbe, was ich nicht einmal auf Bali hinbekommen hatte. Der zweite, wesentlich schönere Strand ist Arcachon. Dieser liegt in einer Bucht, das Wasser ist seicht und Kinder können da schön weit ins Wasser gehen. Nebenan liegt Europas einzige Wanderdüne, die man anschließend besichtigen kann.

 

Aufgrund der Länge habe ich mich für 2 Beiträge entschieden. Deshalb wird nächste Woche der 2. Teil kommen und  ich hoffe, dass Euch dieser bereits gefallen hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autor: Steffi Krumbiegel

Autorin und leidenschaftliche Leserin. Auf diesem Blog möchte ich meine Leidenschaft mit anderen teilen. Alles auf diesem Blog dreht sich um Literatur, das Schreiben und natürlich das Lesen.

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