(V)erleiden

Alexander P.Tschirk
(v)erleiden

Taschenbuch: 312 Seiten

Verlag: Books on Demand; Auflage: 2 (30. März 2016)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3739298405

ISBN-13: 978-3739298405

Zusammenfassung:

Der Leser erlebt einen jungen Mann. Dieser lebt zurückgezogen, versunken in der Großstadt Wien, geht einem Beruf nach und erscheint eher sehr unscheinbar. Er trägt keinen Namen, er könnte jeder sein. Der Typ an einer Kasse, der Mann hinter der Telefonhotline, der Kerl der einsam auf einem Barhocker sitzt, einfach jeder.

Im Roman geht er einer Bürotätigkeit nach, jongliert mit Zahlen, hat keine Freunde. Er liebt Musik, liest gern und in den Briefen an seinen Freund Thomas berichtet er über sein Leben.

Bis sich eines Tages sein Leben ein wenig verändert. Wiebke taucht auf, er trifft sie in einem Buchladen und die beiden nähern sich an. Erst eine Freundschaft, bis hin zu einer Beziehung und ihrem Einzug.

Bis dahin klingt alles recht einfach, doch das ist es nicht.

Klappentext:

Sein Leben gestaltet er sich so, wie er sich darin wohlfühlt: Er lebt eher zurückgezogen, liest viel, liebt gute Musik und pflegt eine intensive Briefreundschaft mit seinem Freund Thomas, der vor einiger Zeit in die USA gezogen ist. Ein ruhiges Leben, in dem es Konstanz und Beständigkeit gibt. Wie bei Bill Murray, nur ohne Murmeltier. Sein Alltag wird aufgewirbelt, als Wiebke in sein Leben tritt – eine Frau, die ihm auf Augenhöhe begegnet, seine Interessen teilt, sein Leben vervollständigt. Er ist glücklich. Eigentlich. Denn tief in ihm keimen Zweifel auf, ob er der Beziehung wirklich genügt, und Ängste, das wieder zu verlieren, was er sich so sehnlich gewünscht hat. Und bekanntlich führt die Spirale der Angst abwärts …

Alexander P. Tschirk erzählt vom leichten und gleichzeitig doch so schweren Leben, und was passiert, wenn man im Strom des Lebens nicht mehr mitschwimmt, sondern stehen bleibt, sich zurückzieht, während sich um einen herum alles weiterdreht.

Fazit:

In dem Werk beschreibt der Autor gekonnt, wie ein Mann hinab in eine schwere Depression fällt. Wortgewandt, kühl, unnahbar beschreibt er den langsamen Verfall des Protagonisten. Selten las ich ein Buch, welches so voller gekonnter Sprache lebte. Mühsam verfolgt man den schleichenden, bitteren Prozess dieser Krankheit und am Ende blickte ich sprachlos auf das Buch. Die letzte Frage die sich mir stellte: Warum ist niemand da?

Bedauerlicher Weise muss man erkennen, dass der Protagonist niemanden in sein Leben, in sein Herz lies. Fast grausam erscheint mir dieses Krankheitsbild. Wer es verstehen möchte, selbst womöglich durchlebte oder vielleicht einfach die Anzeichen erkennen lernen mag. Dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

Das Cover passt perfekt zum Inhalt des Buches. Die Wahl der Briefe an seinem Freund, die wenigen Dialoge gestalten es etwas langatmig. Wobei es bei dem Thema sehr passend ist.

Die Bewertung:

Cover – 5 Sterne (ich mag das Herz, weil es genau die Botschaft des Buches vermittelt)

Idee – 5 Sterne (es ist kein Ratgeber, man begleitet und sieht dem Abgrund der Krankheit)

Umsetzung – 4 Sterne (Kein Buch, welches man in einem Rutsch durchlesen kann)

Charaktere – 3,5 (Ich könnte Wiebke erwürgen.)

Schreibstil – 4 Sterne

Durchschnitt:

4 Sterne

Absolut verdient!!!

Und hier dürft ihr den Autor kennen lernen.

Alexander P. Tschirk

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