Psychopath

Vorab ein paar persönliche Worte.

Ich las vor ein paar Tagen einen Artikel über Literaturkritiken auf Blogs. #http://www.fr-online.de/literatur/literaturblogs-mit-innerem-mummpitzometer,1472266,33957960.html

Unter anderem wird erklärt, dass diese Leute, von Kritiken, keine Ahnung hätten. Das sie von Korrektur, keinen blassen Schimmer besäßen. Dafür wurden Altbekannte gelobt. Verstehe ich durchaus, irgendwie brauchen die auch eine Daseinsberechtigung. Dennoch habe ich etwas zu erwidern.

Ich selbst startete mein Debüt mit Voin, erst in diesem Jahr. Mein Roman entstand vor etwa 3 Jahren. Man schreibt und schreibt so vor sich hin. Man verliebt sich in die Geschichte, leidet mit seinen Protagonisten, erlebt viele spannende Abenteuer. Irgendwann gelangt man an den Punkt, dass man mehr daraus machen möchte. Die meisten #Selbstpublisher legen ihr Herzblut in eine Geschichte. Einige bezahlen sogar Geld für ihre Lektorate. Das ist irre, denn zu oft sind die schlechter, als der Autor selbst.

Doch die erste Phase beginnt damit, sein Buch bei Verlagen zu bewerben. Ein aussichtsloses Unterfangen, wenn man mich fragt.  Tausende an unangefragter Einsendungen, welche geprüft werden müssen. Wenn es einer schafft, dann gleicht das einem Lottogewinn. Das ist wirklich zermürbend. Was erschwerend hinzukommt, dass man nie eine Antwort erhält. Also bitte, eine Standartmail ist doch drin! Das gebietet allein der Anstand. Aber auch Literaturagenten antworten nicht, was die zweite Stufe, des Bewerbungsmaratons ausmacht.

Zurück zu meinem Anliegen. In dem oben genannten Artikel, jammert die Dame über den Verfall der Literaturkritik. Tja, würden diese erhabenen Eminenzen mal auf das Autorenvolk herabblicken, dieses mit hilfreichen Ratschlägen unterstützen, dann gäbe es auch mehr Qualität im Bereich Bücher. Nicht einmal ihr aufgeblasenes Marketing hilft. Zumal ich bei vielen Büchern das Gefühl habe, dass sie durch das Lektorat an Leidenschaft verlieren. Was ich sehr schade finde, um es nicht armselig zu nennen. Beispiel wäre ein Kinderbuch. Einer bekannteren Schriftstellerin. Die geschwollene, hochgestochene Ausdrucksweise machte es nahezu unmöglich, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Ich erwähne besser den Titel sowie die Autorin nicht.

Die Vorgaben für eine Buchbewerbung sind knackig. Auch ich erfuhr erst zu spät, wie man ein Buch bei einem Verlag bewirbt. Es gibt eine ganz bestimmte Seiteneinteilung, Form sowie Schriftart. Sie wollen oft 10-30 Seiten einer Geschichte haben. Inklusive förmliches Anschreiben, Zusammenfassung, Klappentext, Beschreibungen zu Protagonisten etc. Was mindestens weitere drei Seiten ausmacht. Neben den privaten Druckkosten und Porto, kommt da einiges auf einen zu. Hochgerechnet ist es teurer, als selbst zu verlegen. Nachdem die kleineren Verlage, von den Konservativen ständig kritisiert werden.

Das nächste Problem ist. Man muss Geld, vor allem Zeit und viele Nerven investieren, wenn man sich für den harten Weg einer Veröffentlichung entscheidet. Literaturkurse, welche nicht kostenlos sind. Internetrecherchen, die einem, die Zeit rauben. Zudem gibt es dann noch diese vielen Warnungen vor Selbstverlagen. Das nervt. Konstruktiv, hilfreich, ist davon nichts. Wieder heißt es also recherchieren.

Ich gratuliere einfach mal jedem, der es wirklich bis zu einer Veröffentlichung schafft. Egal in welcher Form. Immerhin kenne ich den Weg bis dahin und allein das erklärt, welch starke Nerven der Autor/ die Autorin haben muss.

Ein Buch ist eine Entscheidung fürs Leben. Andere lassen sich tätowieren, aber das ist letzten Endes ein Bild auf der eigenen Haut. Eine Geschichte trägt die Gefühle, die Seele eines Autors in sich. Wünsche, Ideen, Vorstellungen. Es gleicht einer gewissen Nacktheit, welche man preisgibt.

KatHönow.
Psychopath – Tödliche Liebe

 

Die Geschichte beginnt harmlos. Ein junges Mädchen, Freunde, gewöhnliche Sorgen. Die Autorin lässt einen nicht endlos lange warten, bis es anfängt. Ein #Stalker sieht es auf Joane, die Hauptprotagonistin, ab. Blumen auf dem Bett, Einbrüche, die Stimme am Telefon, ständige Anrufe, bis sie ihn endlich trifft. Die Idee ist toll. Die Geschichte steigert sich, ein sehr schöner Spannungsbogen baut sich auf. Bis zum Ende fiebert man mit. Sogar das Ende überrascht einen. Unerwartet kommt es zum Showdown.

In den bereits erstellten Rezensionen las ich, dass es nichts für schwache Nerven sei. Ich hingegen fand es nicht so zermürbend, wie ich anfangs glaubte. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich gruselige, spannende Sachen mag. Meine Altersempfehlung würde sogar 16 lauten. OK, damit verursache ich sicherlich einen Aufschrei. Aber das Buch liest sich einfach und schnell.

Besonders gut gefiel mir die Entwicklung des #Psychophaten. Erst ein netter Kerl, bisschen Badboy, bis hin zum Mörder. Dagegen geht die Protagonistin Joana etwas unter. Die Liebe zu ihrem Freund, wie sie zusammenkommen, hätte etwas ausgeschmückter werden können. Doch das ist Geschmackssache.

Ursprünglich erhoffte ich mir etwas mehr Blut. Dennoch überzeugten mich die psychischen Spielchen und muss gestehen, dass die Geschichte fast kein Blut benötigte.

Der Roman ist für Leser, welche einfache, spannende Geschichten mögen. Wer einen Tolstoi erwartet, wird enttäuscht werden.

Persönlich glaube ich, dass Frau Hönow viel Potential besitzt. Ich freue mich auf weitere Werke, Ideen, Geschichten Ihrerseits. Zu gerne würde ich erfahren, wie es ihr beim Schreiben erging. Sich in die kranken Gedanken eines solchen Menschen hineinzuversetzen. Seine eigenen geistigen Grenzen, Erziehungen zu überschreiten, um solch eine Geschichte zu verfassen, beeindruckt mich.

Sprachlich ist der Roman ausbaufähig. Was man jedoch bei 4,99€ für das E-Book, vernachlässigen kann.

Meine Bewertung in Kurzform:

Die Geschichte bekommt 4 von 5 Punkten.

Das Lektorat: 2 von 5 obwohl es kaum Schreibfehler gibt. Doch die findet man auch bei den großen Verlagen. Was den Leser kaum interessieren sollte.

Das Titelbild ist Top. Die Aufmachung des Werkes passt zur Geschichte. Daran gibt es nichts zu beanstanden.

Was eine Durchschnittbewertung von 4 Punkten abgibt.

Damit spreche ich eine persönliche Empfehlung aus.

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