Herzschlag 1

Dark Xperience

Eigentlich klingt der Name etwas abgedroschen, doch ich lernte den geheimnisvollen Herrn kennen.

Durch meine Romanreihe „Nadja“ brauchte ich dringend Unterstützung was meine Reime/ Flüche betrifft, also wand ich mich an ein paar Poeten. Bereits Markus Häusler griff mir hilfreich unter die Arme, doch ich wollte mehr, düsterer musste es werden.

Erneut stellte ich einen schlichten, etwas längeren Reim in die geschlossene Gruppe: LebeLyrik (Facebook) ein. Der Erste reagierte darauf. Spannend las ich die Überarbeitung, dennoch traf es nicht ganz das was ich wollte. Bis mich Alex erlöste. Seine dunklen Worte beeindruckten mich. Er meinte etwas von Metrik und keine Ahnung was für Fachbegriffen. Also wurde ich neugierig. Schnell fand ich seine Internetseite. Sehr düster, typisch Gothic, doch da steckte mehr dahinter.

Seid gespannt. Der dunkelste Poet, welchen ich bisher kennen lernen durfte – gibt uns die Ehre!

Dark Xperience wie kommt man auf solch düstere Gedanken? Wer steckt dahinter?

Dark Xperience – Dunkle Erfahrung(en)

Für mich ist es nicht einfach nur ein Pseudonym, nicht einfach nur eine Maske, hinter der ich mich verbergen muss. Dark ist mein alter Ego, das Ergebnis all der Dinge, die ich erlebt habe und die mich letztlich zu dem gemacht haben, der ich heute bin.

Und hinter der Maske steckt ein Typ, der es einfach nur liebt, seine Gedanken und Geschichten in gereimten Versen aufzuschreiben. Gut, als “normal” würde mich jetzt wohl keiner meiner Freunde bezeichnen, wohl eher als liebevollen Chaoten mit ‘nem Hang zur Melancholie, aber irgendwas ist ja immer. 😉

Was findet man in Deinen Werken?

Ich denke, dass man genau das in meinen Werken wiederfindet: Chaos, denn meine Themen sind vielseitig und beschränken sich nicht auf ein Themengebiet, und Melancholie. Das äußert sich dann wohl in den “dunkleren” Texten und an der Tatsache, dass viele meiner Geschichten traurig statt happy enden.

Wieso unterscheiden sie sich von anderen Gedichten? (Was macht sie besonders?)

Es gibt viele Schreiberlinge dort draußen. Auch sehr viele Hobby-Dichter. Natürlich, es ist ja auch einfach seine Gedanken in gereimten Worten aufzuschreiben oder die Lyrik zur Eigentherapie zu nutzen. Na ja, eigentlich nicht, aber die Menschen mögen halt Dinge, die sich reimen.

Was mich also von ihnen unterscheidet?

Ich schreibe nicht nur zum Spaß und auch nicht nur zur Therapie. Ich schreibe, weil ich schreiben muss. Es ist ein inneres Bedürfnis, ja, eine Berufung und im Gegensatz zu vielen anderen war ich bereit dafür auch zu lernen. Und ich denke, das merkt man auch bei meinen Werken. Sie sind… ja, wie das Stück Schokolade, das man langsam auf der Zunge zergehen lässt. Und dann greift man immer wieder zu und lässt sich ein Stück nach dem anderen schmecken… hmm… Schokolade… 😀

Du weißt sehr viel über die Technik von Gedichten oder die Theorie. Würdest Du uns daran teilhaben lassen?

Ob es viel ist, was ich weiß, kann ich selbst nicht einschätzen. Aber ja, ich hab mich Monatelang hingesetzt und geschrieben und geübt, um meine Technik zu verbessern. Was vielen Hobby-Schreibern nicht bewusst ist, ist die Tatsache, dass auch Gedichte Regeln unterliegen. Also zumindest die “klassische” Form von Gedichten. Bis vor zwei Jahren war auch mir das nicht bewusst. Da hab ich auch nur nach Gefühl geschrieben und mich lediglich auf die Endreime konzentriert, bis ich deswegen (und meines wahrscheinlich arroganten Auftretens diesbezüglich) von ein paar erfahreneren Poeten regelrecht auseinander genommen wurde. Das hatte meinem Höhenflug einen ganz schönen Dämpfer beschert. Aber es sorgte auch dafür, dass ich mich noch intensiver mit der Thematik auseinandersetzen musste, um mein Können zu verbessern. Stundenlang las ich über Jamben und Trochäen, über Hebungen und Senkungen, über Metrik und übers Silben zählen. (Und der Stoff ist verdammt trocken.) Kurz gesagt ist das Metrum der Takt, der einem Gedicht seinen Rhythmus, seine Melodie verleiht. Der die Worte beflügelt und sie in das Herz seiner Leser trägt. Und das Metrum wird maßgeblich vom Versmaß bestimmt, das wiederum beschreibt, inwiefern die Silben betont oder unbetont sind. Stammsilben sind z.B. fast immer betont, während Vorsilben und Personalpronomen meist unter die unbetonten Silben fallen. Aber natürlich gibt es immer Ausnahmen. Hab nur leider gerade keine im Kopf 🙂

Wie schaut Dein normales Leben aus?

Und wieder das Wörtchen “normal”. *lach* Ein “normales” Leben hab ich so gesehen nicht, aber wenn ich nicht gerade schreibe, lektoriere oder Bilder für meine Werke gestalte, fahre ich mit dem Rad, geh geocachen oder entspann’ vor meiner PS3. 😉

Welche Botschaft haben Deine Werke?

Hm… Gute Frage. Müssen denn Werke immer eine Botschaft haben? Ich schreibe über so viele Themen, dass es schwer fällt diese Frage konkret zu beantworten. Also wenn es überhaupt eine Botschaft bei mir gibt, dann wohl am ehesten die, dass das Leben kurz ist, man es genießen sollte und egal, wie schlecht es einem geht, man die Hoffnung nie aufgeben sollte. Und ich spreche da aus Erfahrung.

Was wünscht Du Dir für die Zukunft?

Als jemanden, der größtenteils in der Gegenwart lebt, hab ich nicht viele Wünsche für die Zukunft. Mein größter Wunsch ist es wohl, wenn ich mehr Menschen mit meiner Kunst erreichen kann, um irgendwann einmal davon leben zu können. Und auf Platz zwei wäre wieder etwas mehr Gesundheit sehr angenehm, aber ansonsten bin ich eigentlich ziemlich wunschlos. 🙂

Möchtest Du den Lesern noch etwas mitgeben?

Ja. Gebt niemals auf, wenn es euch wirklich wichtig ist. Lebt eure Träume, statt ihnen später hinterher zu trauern. Das Leben ist zu kurz, um es zu verschwenden. 😉

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Ich muss gestehen, dass ich ihn wirklich nett und aufgeschlossen fand. Vor allem danke ich, dass sich Alex Zeit für uns nahm und ein Gedicht bekam ich auch noch für meine Leser.

Engel des Todes

Als Engel des Todes

verkleid’ ich mich heute

und misch mich verborgen

hier unter die Leute.

Sie werden mich sehen,

doch niemals erkennen,

denn trag’ ich die Maske,

die Unschuld sie nennen,

vertrauen die Menschen

als wären sie Blinde,

gebor’n um zu sterben,

wie Blätter im Winde.

Doch frage ich freundlich:

“Wie willst du jetzt sterben?”,

dann starr’n sie erschrocken

und brechen in Scherben.

Wenn sie dann erbleichen,

vorm Tode zerbrechen,

mit Tränen und Angstschweiß

mir alles versprechen,

dann werde ich sagen:

“Zu spät, viel zu spät!

Du hast doch genügend

an Zeit hier verlebt!”

Dann kommt die Erkenntnis,

das wurde vergessen,

das Leben besteht nicht

aus Scheißen und Fressen.

Es ist nicht nur Atmen

und Arbeit und Kohle,

allein nicht das Vögeln

und stets Rumgehure.

Doch gleich, wie sie flehen

und betteln und fragen,

ich werde sie trotzdem

zu Grabe dann tragen.

© Dark Xperience

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