Herbstflug Rezension - Werbung

Herbstflug – Alternativen

Claudia Lengheim

Erst einmal vielen Dank für das Buch, die süße Widmung und für die Chance einer weiteren Rezension. Nebenbei darf man nicht vergessen, dass man derzeit sehr lange auf die Rezensionen bei mir wartet, deshalb auch hier: Vielen Dank für die Geduld.

Derzeit stapeln sich die Bücher und ich nehme auch vorerst nichts an. Vielleicht im Herbst wieder, aber das bleibt abzuwarten. Zum einen liegt es auch an dieser DSGVO und zum anderen daran, dass ich momentan selbst viel schreibe. Also, liebe Autoren und Blogleser, bitte rennt nicht weg.

Zusammenfassung:

Zitat:

„Jede Entscheidung ist die Richtige in der Zeit, in der sie getroffen wurde, sagt man. Ich war nun nicht mehr davon überzeugt. Ich dachte mehr und mehr, dass wir nur zu gerne weise Sprüche dafür erfinden, uns mit unseren Fehlern nicht auseinandersetzen zu müssen.“

Herbstflug beginnt mit einem Flugzeugabsturz. Eine Journalistin drängt sich zu den Opferfamilien hindurch, nur um ihren Text zu bekommen. Sie zieht sämtliche Register, damit sie ihren Artikel schreiben kann. Handlungsorte sind der Münchner Flughafen und Freising. Nachdem sie alle Bilder hat und zu erschöpft ist, nimmt sie sich kurzentschlossen eine Pension in Freising und dort findet sie einen Laptop. Dieser zieht sie in ihren Bann und die Berufsneugier zwingt sie regelrecht diesen zu öffnen. Sie entdeckt eine sehr lange Mail-Kommunikation zweier Menschen, die sich nach Jahren wiederfinden. Paul schreibt seiner alten Jugendliebe nach zwanzig Jahren einen Geburtstagsgruß und man erfährt schnell, dass er diese Liebe nie vergessen hat.

Helene hingegen erscheint in ihren Antworten anfangs recht kühl zu sein, aber auch sie wandelt sich im Laufe des Schreibens.

Fazit:

Am Anfang der Geschichte wunderte ich mich. Ich kam schnell rein, aber es riss mich nicht vom Hocker. War es die Tatsache, dass man mich als Leser einen intimen Austausch zweier Menschen miterleben ließ? Dass ich mich ein wenig sträubte, fremde Mails lesen zu wollen? Aber genau das passierte in dieser Geschichte mit mir und mittendrin lag ich neben der Journalistin mit im Bett der Pension, bekam das Gefühl ihren Zigarettenrauch miteinzuatmen, und die kühle Nachtluft wehte uns um die Nase. Wir lasen im Geheimen den wirklich intimen Mailverkehr von Paul und Helene. Keine sexuellen Handlungen werden beschrieben, eher angedeutet. Dennoch bekam ich die Gedanken der Schreibenden ungefiltert mit. Allein dies besaß eine eigene Faszination und die Reaktionen der Journalistin, die uns ja diesen Schlamassel eingebrockt hatte, verliehen dem Buch eine besondere Tiefe.

Es ist eine schöne Lektüre zum Abschalten, die einen schnell fesselt. Das Ende ist fantastisch gewählt, aber man lässt mich auch mit einem wehmütigen Gefühl zurück. Wenn ein Buch mich im Nachhinein noch beeindruckt, spricht dies immer für das Werk. Da muss es nicht zu hundert Prozent in allen Facetten perfekt sein. Zwischendurch war mir Paul mit seiner Trennung und Lebenschaos etwas zu viel, aber Helene und die beiden bei einer beginnenden Affäre zu begleiten, hatte was Spannendes, etwas Verbotenes.

Persönlich würde ich einfach ein anderes Cover empfehlen, denn auch dieses Büchlein verdient einiges an mehr Aufmerksamkeit. Mal wieder ein Schmuckstückchen aus den Tiefen der Selfpublisher. Mich überzeugte es und ja, es gibt kein nettes Ende.

Ihr wisst ja, ich stehe nicht so auf glückliche Enden.

Bewertung in Kurzform:

Stil: 5 Sterne (Der war super. Zwei – drei Ecken, aber darüber sehe ich hinweg.)

Cover: 3 Sterne (Passt nicht zu der schönen Geschichte und es macht mich traurig.)

Charaktere: 5 Sterne (Die passen alle, sie sind gut gewählt. Die beiden, die sich wieder finden und schon so viel hinter sich haben, sowie die Journalistin, die ihr Leben überdenkt. Toll!)

Inhalt: 5 Sterne (Anfangs wunderte ich mich wegen dieser Mails und manchmal wirkten sie auch etwas eigen. Aber genau das machte dieses Buch am Ende aus.)

Idee: 5 Sterne  (So noch nie gelesen. Super!)

 

Gesamtbewertung:

4,6

Macht: 5 Sterne

 

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Autor: Steffi Krumbiegel

Autorin und leidenschaftliche Leserin. Auf diesem Blog möchte ich meine Leidenschaft mit anderen teilen. Alles auf diesem Blog dreht sich um Literatur, das Schreiben und natürlich das Lesen.