Charles Bukowski Rezension- Werbung

Das Liebesleben der Hyäne

Ein paar Blogger riefen auf, dass man auch mal wieder ein paar Klassiker in Erinnerung rufen sollte.

Also beginne ich dieses Jahr mit Charles Bukowski.

Das Buch las ich durch eine Wette. Nachdem ich meinem Mann mit Shades of Grey nervte und wollte, dass er es auch liest, schlug er mir im Gegenzug „Das Liebesleben der Hyäne“, vor. Ein wenig rümpfte ich die Nase, aber immerhin handelte es sich um einen Klassiker. Augen zu und durch, so lautete die Devise und ich las es.

(1988- Bild aus Wikipedia)

Zum Autor:

Autorenvita aus Amazon:

Als Charles Bukowski am 9. März 1994 in Los Angeles starb, hinterließ er Gedichte, Short Storys, mehrere Romane, ein Drehbuch und unzählige Briefe. Er wurde 1920 im rheinland-pfälzischen Andernach als Sohn eines GI und einer Deutschen geboren. 1923 zog die Familie nach Baltimore/USA. Vom prügelnden Vater drangsaliert und von Akne gequält, flüchtete sich der Jugendliche in die Welt der Literatur. Sein Journalistik-Studium brach er ab, zog kreuz und quer durch die USA und hielt sich mit allerlei Jobs über Wasser. In der Folgezeit wurden in Literaturzeitschriften Texte und Gedichte Bukowskis publiziert, ganze Gedichtbände entstanden. Sein erster Roman „Post Office“ („Der Mann mit der Ledertasche“) erschien 1970, gleichzeitig kamen in deutscher Sprache die „Aufzeichnungen eines Außenseiters“ heraus.

Zitate des Schriftstellers:

“Das ist das Problem am Trinken”, dachte ich mir, während ich mir einen Drink einschüttete. Wenn etwas Schlechtes passiert, trinkt man um zu vergessen; wenn etwas Gutes passiert, trinkt man um zu feiern; und wenn gar nichts passiert, trinkt man, damit etwas passiert.

Charles Bukowski

Hierbei muss man wissen, dass er lange Alkoholiker war und erst spät mit dem Trinken aufhörte. Er schaffte es, da er doch mehr an seinem Leben hing, als das man es von seinen Werken vermuten könnte. Seine Angst, dass er ohne Alkohol nicht mehr schreiben könnte, bewahrheitete sich nicht. Auch danach veröffentlichte er noch einige Werke.

„Das Problem der Welt ist, dass intelligente Menschen voller Zweifel und Dumme voller Selbstvertrauen sind.“

Charles Bukowski

„Der Unterschied zwischen einer Demokratie und einer Diktatur liegt darin, dass Du in der Demokratie wählen darfst, bevor Du den Befehlen gehorchst.“

Charles Bukowski

Weitere Zitate findet Ihr: HIER 

Die letzten beiden Zitate haben sicherlich einige bereits im Internet gesehen. Deshalb kommentiere ich sie nicht weiter. Für mich ist er ein Weltliterat, der diesen Titel durchaus verdient hat. Doch nun zu seinem Werk.

Das Liebesleben der Hyäne

Bild und Link wegen der DSGVO gelöscht…

Klappentext:

Henry Chinaski ist auf Erfolgskurs. Man reißt sich um ihn als Autor, die Damen geben sich in seiner Wohnung buchstäblich die Klinke in die Hand: Zuerst Lilly, danach DeeDee und immer wieder Lydia. Nicht zu vergessen Mindy, und natürlich Katherine … Niemand hat den Männlichkeitswahn mit seinem ganzen Elend so auf den Punkt gebracht wie Bukowski. Man lacht und empfindet zugleich Sympathie für diesen Verrückten, dessen Bedürfnisse scheinbar so einseitig sind und der doch ständig an seinen Ansprüchen scheitert.

Zusammenfassung:

In diesem Werk lernt man einen versoffenen alten Autor kennen der sich durch sein Leben… nun derb gesagt: Säuft und vögelt. Leider bleibt mir da keine andere Ausdrucksmöglichkeit, da er wirklich sehr klare Worte benutzt und auch sehr eindeutige Bücher schreibt.

Chinaski besäuft sich vor Lesungen, kotzt auch gerne mal hinter Häuserwänden und die Frauen reichen sich die Türklinke. Er beschreibt die schmutzige Seite des Lebens. Wir würden es als asozial definieren und sehr schmuddelig.

Erstaunt durfte ich nach dem Lesen feststellen, dass Herr Bukowski seiner Frau treu ergeben war. Auch wenn man glauben könnte, dass dieses Buch ein wenig biografisch sei, so ist dem nicht so ganz. Obwohl man den Eindruck gewinnt, dass er viel von sich selbst, seiner Vergangenheit preisgibt.

Fazit:

Sex, Liebe und Leidenschaft aus einer männlichen Sicht. Es ist wirklich nichts für zarte Gemüter und wer Romantik sucht ist da definitiv falsch. Persönlich empfand ich ihn zu grob, an die Grenze des Vulgären. Dennoch schreibt er sehr anschaulich, was bei dem Thema mich oft die Nase rümpfen lies. Ich sah den alten Kerl, welcher torkelnd, lallend aus seinen Werken vorlas und trotzdem einen scharfen Verstand besaß. Die Frauen eher Randerscheinungen, die er nacheinander flachlegt, sich mit ihnen betrinkt und sie nimmt.

Eine versucht sogar Ordnung in sein Leben zu bringen, aber er scheint nicht daran interessiert zu sein. Die Tiefgründigen Dinge lasse ich außen vor, da ich sonst zu viel verraten würde.

Das Niveau ist eindeutig höher als „Feuchtgebiete“, dennoch betrat ich eine Welt, mit der ich gewöhnlich nichts zu tun habe und irgendwie, auch wenn es mich teilweise abstieß, faszinierte mich diese Geschichte.

Meine Bewertung:

Cover: Gewöhnungsbedürftig… aber das Buch wurde 1989 im Deutschen veröffentlicht. Trotzdem gibt es nur 4 Sternchen.

Idee: Ein wenig Biografie und dunkle Ansichten. Nichts wirklich Neues. 3 Sterne

Umsetzung: 5 Sterne

Charaktere: Chinaski und die Damen bekamen einmalige Charaktere. 5 Sterne.

Schreibstil: 5 Sterne…

4 Sterne für Charles Bukowski

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