Warum schreiben wir Autoren? Sonntagsbeitrag

Sonntagsbeitrag:

Erst einmal bedanke ich mich bei den vielen Lesern. Ich bekomme allerhand positive Rückmeldungen zu den Beiträgen und freue mich, wenn Leser meinen, dass sie gern mehr über das Leben und die Hintergründe von Autoren erfahren möchten.

Nachdem ich bei sehr vielen Interviews las, darüber das Autoren oft sehr früh anfingen zu schreiben, so stellte ich mir die Frage: Warum, was treibt sie an? Und somit erkundigte ich mich bei einigen anderen Kollegen.

Sarah Baines

Ich schreibe, weil … ich es muss. Weil die Geschichten in meinem Kopf andernfalls zu viel Raum einnehmen. Das hat bei mir schon früh angefangen. Mit zwölf habe ich meinen ersten „richtigen“ Computer bekommen und nachdem ich mich beim Lesen über eine Geschichte geärgert hatte, fing ich einfach an … und hörte nicht mehr damit auf. Ich liebe es, mich in eine Geschichte zu vertiefen, bis ich das Gefühl bekomme, selbst ein Leser zu sein. Das ist für mich wie ein Kurzurlaub. Ich steige aus meinem Alltag aus und tauche genauso in eine Geschichte ein, wie wenn ich ein Buch lese.

Günther Machalett

Schon als Kind hatte ich sehr viel Spaß daran, Bücher lesen zu können. Auch reizte es mich, selbst solche Bücher zu schreiben. Doch es fehlte die dazu nötige Grundlage – vor allem – meine Rechtschreibung war sehr tief unten bewertet-. Aber im Laufe des Lebens änderte sich dies auch. So hatte ich sehr viel Schreibtätigkeit übernommen, um z.B. Vereinen bei den Berichten über ihre Veranstaltungen ect. einen Text zu liefern. Dies weitete sich dann immer mehr aus. Später hatte ich neben meiner hauptberuflichen Tätigkeit als Beamter auch einen kleinen Verlag mit Druckerei aufgebaut (Hagenberg-Verlag 1974 – 1996), in dem ich neben zwei eigenen kleinen Zeitschriften („Ur- und Frühzeit“ und „Journal für Leben, Natur und Umweltschutz“) und vielen anderen Themen auch Kurzgeschichten und Romane anderer Autoren veröffentlichte. Dadurch wurde ich angeregt, auch selbst eine ganze Reihe von Kurzgeschichten und Romane zu schreiben. Davon wurde aber kaum etwas veröffentlicht, weil mir dann – nach Einstellung des Verlages – die Möglichkeiten fehlten. Danach war ich überwiegend als freier Journalist und Redakteur für Motorrad-Zeitschriften tätig. Jetzt aber beschäftige ich mich damit, diese ganzen Romanvorlagen zu überarbeiten und zu veröffentlichen.

Meine Romane basieren auf wahren Begebenheiten, die aber in Bezug auf Personen und Orte verändert sind.

Iris Krumbiegel

Warum ich schreibe? Weil mir der Kopf sonst platzen würde vor lauter Ideen. Vor allem aber möchte ich mit meinen Romanen über den Holocaust die Leser zum Nachdenken anregen. Sie sollen mitfühlen, mitleiden und meine Geschichten in Erinnerung an all die Opfer dieser schrecklichen Zeit behalten.

 

Sabine Henning-Vogel

Ich werde in diesem Jahr 55 Jahre alt. Viele Jahre war ich „nur“ Leser, an Schreiben habe ich nicht mal gedacht. Doch nachdem ich beruflich ausgebrannt war und ich auch noch eine Krebsdiagnose bekam, hatte ich abhängigen Arbeitsverhältnissen ade gesagt. Nur Zuhause sitzen war aber auch nicht meins. Durch langjährige Mitarbeit in einer Schreibgruppe, Austausch in Netzwerken und Autorenforen tastete ich mich heran. Es hat Jahre gedauert, bis ich erste, ganz kleine Erfolge sah. Ich weiß, dass ich nie vom Schreiben leben kann, aber ich denke, dass ich etwas zu sagen habe. Ich möchte mit Literatur den Fokus auf Dinge lenken, die sonst gern untergehen. Und – das macht meine Krankheit – ich möchte etwas hinterlassen. Der Menschheit – das ist sicher ein großes Wort – , aber auch meinem Sohn, meiner Familie, Freunden, Lesern. Gedrucktes überlebt, so oder so, und wenn es „nur“ in der Nationalbibliothek in Leipzig ist…

Matthias Gerschwitz

Zum Schreiben kam ich einerseits über meinen Beruf als Werbefritze, andererseits über mein Faible für Recherche. Als ich mal »aus Spaß« zu einem Thema so viel gesammelt hatte, dass ich nicht mehr wusste, wohin damit, habe ich’s in Buchform gegossen. Heraus kam »Bullrich-Salz – Marke, Mythos, Magensäure« über einen der ältesten Markenartikel Deutschland. Seitdem ist mein Antrieb, Geschichte anhand von Geschichten zu erzählen. Nebenbei lerne ich bei der Recherche noch selbst etwas … und das möchte ich weitergeben. Hat etwas Oberlehrerhaftes, ich weiß. Aber die Kommentare zu meinen Büchern geben mir recht …

Rainer Mauelshagen

Warum ich schreibe? Ich könnte mit weiteren Fragen antworten, warum gibt es Kunst? Warum drängt es den Maler zu malen? Warum meißelt der Bildhauer weg, was er als überflüssig ansieht? Warum singt der Sänger all die wunderbaren Kompositionen der Komponisten? Weil Künstler von einem universellen Geist angetrieben werden! Anderseits denke ich, das Schreiben im eigentlichen Sinne immer ein Dialog mit sich selbst ist, wenn die Seele nach ihrem Recht verlangt gehört zu werden. Das Geschriebene könnte auch gesprochen werden, aber es gibt eine innere Sehnsucht, die nicht gesagt werden kann. Dadurch entsteht aber ein Paradoxon, zum einen will sich der Schreiberling öffentlich nicht „bloßstellen“, also erweckt und belebt er fiktive Personen mit seinem Geist und lässt sie in seinem Gedankenreich agieren, anderseits entwickelt der literarische Schreiberling einen gewissen Narzissmus, indem er davon träumt, seine Geschichte zwischen zwei Buchdeckel zu pressen, um doch noch öffentlich bekannt zu werden. Egal was ihn/sie auch antreibt, der geschriebene Text wird zum Gedankenlesen und befriedigt immer die Neugier anderer Menschen.

Katharina Mosel

Mein Antrieb war tatsächlich die Idee, einmal etwas außerhalb des Anwaltsberufs zu machen. Geschrieben habe ich schon immer gerne und ich hatte auch immer den Traum einmal ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Als sich mein 50. Geburtstag näherte, dachte ich, ok, viele nehmen das zum Anlass in eine Depression zu verfallen, ich schreibe jetzt endlich mein Buch. Hat dann etwas länger gedauert als erwartet, ich bin fast 53 darüber geworden. Da mir der ganze Schreibprozess so viel Freude bereitet hat, sitze ich jetzt am nächsten Werk und hoffe, dass es dieses Mal etwas schneller geht. Ideen gibt es genug.

Irgendwie fehlt mein Kommentar noch.

Nach der Geburt meines Sohnes und einer ziemlich heftigen Schwangerschaft, wurde auch mein Mann krank. Nach unendlich vielen Wochen in Krankenhäusern und Sorgen, konnte ich nicht mehr. Bis eine Freundin meinte: „Schreibe wieder!“

Lange saß ich vor einem weißen Bildschirm, aber dann schoss mir eine Idee durch den Kopf. Danach konnte ich einfach nicht mehr aufhören…

Was ist es bei Euch und für die Leser: Was liebt ihr an Büchern?

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