Sonntagsbeitrag Martha Müller-Grählert

Vergesse Schriftsteller

Nachdem ich diese Woche nicht zum Lesen kam, wollte ich dafür einen anderen Sonntagsbeitrag verfassen. Einen Beitrag über eine längst vergessene Schriftstellerin, die es wahrhaft zu großen Erfolgen brachte. Eine Lyrikerin, Journalistin und Schriftstellerin die ein unvorstellbares Leben führte. Ein Leben, von dem andere nur zu träumen wagen.

Quelle: Wikipedia

Martha wurde in Barth, als uneheliches Kind im Jahre 1876 unter dem Namen: Johanna Friederike Karoline Daatz geboren. Ihre Mutter heiratete später den Müller mit Namen Grählert aus Zingst. Ein Fischerdorf, heute Kurort und ein beliebter Ferienort an der Ostsee, auf der Halbinsel Darß.

Ihr Vater änderte auch ihren Vornamen in Martha um und damit nannte sie sich von da an Martha Grählert.

Bereits mit 15 Jahren veröffentlichte diese ihr erstes Gedicht. Sie schrieb auf Platt und begab sich vorerst auf eine Schule um Lehrerin zu werden. Nachdem sie die Ausbildung zur Hauslehrerin absolvierte, zog es sie 1898 nach Berlin. Dort arbeitete sie als Redakteurin für das: „Deutsche Familienblatt“. In Berlin verspürte sie bereits Heimweh und damit entstanden ihre ersten Gedichte rund um die Ostsee. Auch das ganz berühmte Ostseelied verfasste sie zu dieser Zeit. Erst später entstand ein Song daraus.

 

Mine Heimat

Wo de Ostseewellen trecken an den Strand,

Wo de gele Ginster bleuht in´n Dünensand,

Wo de Möwen schriegen, grell in´t Stormgebrus, –

Da is mine Heimat, da bün ick tau Hus.

Well- und Wogenrunschen, wir min Weigenlied,

Un de hogen Dünen, seg´n min Kinnertied,

Seg´n uch mine Sehnsucht, un min heit Begehr,

In de Welt tau fleigen öwer Land un Meer.

Woll het mi dat Leben dit Verlangen stillt,

Het mi allens geben, wat min Herz erfüllt,

Allens is verswunden, wat mi quält un drew,

Hev nu Frieden funden, doch de Sehnsucht blew.

Sehnsucht na dat lütte, stille Inselland,

Wo de Wellen trecken an den witten Strand,

Wo de Möwen schriegen grell in´t Stormgebrus, –

Denn da is min Heimat, da bün ick tau Hus.

Martha Müller-Grählert

 

Im Jahre 1904 heiratete sie Dr. Max Müller, einen Agrarwissenschaftler. In Berlin entstanden viele bekannte Stücke von Ihr, die sogar in München veröffentlicht wurden.

1911 zog sie mit ihrem Mann nach Japan, dieser erhielt dort eine Gastprofessur. Erst zum Beginn des 1. Weltkriegs kam sie über Umwege nach Deutschland mit ihrem Mann zurück. Leider zerbrach die Ehe und an ihren vorherigen Erfolgen konnte sie nicht mehr anknüpfen.

Sie ging zurück nach Zingst, wo sie noch immer ein sehr hohes Ansehen genoss. Obwohl sie Lesungen hielt und wieder Klavierunterricht gab, verarmte sie vollkommen. Sie bekam die Rechte an dem Weltbekannten Lied nicht. 1939 starb sie einsam, fast erblindet in einem Altersheim. Dennoch wurde sie durch ihre Werke und dem Lied unsterblich.

Warum schreibe ich über diese Schriftstellerin?

Zum einen weil sie sehr viel Geschichte in sich trägt, auch damals Stücke schrieb, die noch in die heutige Zeit passen und damit sie nicht vergessen wird.

Meine Mutter heißt mit Mädchennamen Graehlert und kommt ebenfalls aus dieser Gegend, damit wuchs ich mit den Geschichten von Martha auf. Eine Verwandtschaft besteht nicht.

Heute gibt es ein Museum in Zingst über sie, eine Straße sowie eine Schule benannte man nach ihr. Es gibt den Martha-Müller-Grählert-Preis, dabei handelt es sich um eine Auszeichnung für Kulturelle Leistungen.

Auf Youtube fand ich einen schönen Beitrag zu ihr!

 

Autor: Steffi Krumbiegel

Autorin und leidenschaftliche Leserin. Auf diesem Blog möchte ich meine Leidenschaft mit anderen teilen. Alles auf diesem Blog dreht sich um Literatur, das Schreiben und natürlich das Lesen.