Sonntagsbeitrag Autorenleben

Der Sonntagsbeitrag in dieser Woche, beschäftigt sich damit, wie Autoren zu ihren Veröffentlichungen kamen und warum sie sich für den Weg des Selbstverlags entschieden. Dazu bat ich 10 Autorinnen und Autoren, mir ihre Erfahrungen zu schicken.

Vielen Dank und nun hier zu den lieben Autoren.

Melanie Neubert

Ich hatte das Gefühl, es ist die richtige Entscheidung und die Richtige Zeit für genau dieses Projekt. Das Hintergrundthema ist aktuell, meine Testleser sind vom Inhalt überzeugt – und waren in allen Richtungen kritisch – und die, die ich nach ihrer professionellen Hilfe aussuchte umwerfend gut. Als dann die Zusagen für die Zusammenarbeit und Termine für Angus kamen, gab es kein Zurück mehr.
Selfpublishing ist für mich ein Sprung ins kalte Wasser. Obwohl ich viel darüber gelesen habe, fühle ich mich wie ein Guppi zwischen preisgekrönten Goldfischen. Aber auch ein kleiner Fisch kann zwischen großen auffallen, oder?

https://www.facebook.com/Melanie.Neubert.Autorin

Heike S. Rogg


Die Entscheidung, mein Manuskript am Ende wirklich zu veröffentlichen, hing wie vermutlich oft mit der eigenen Eitelkeit zusammen. Es ist eben ein besonderes Gefühl, das eigene Buch in der Hand zu halten. Dazu verhalf mir ein kleiner, aber feiner Verlag, der mir einfach den Rücken freihielt und sich um Cover, Lektorat, Satz und Druck kümmerte. Leider musste dieser jetzt aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben und ich stehe vor der Frage, ob ich mir einen neuen Verlag suche oder bei neobooks als Selfpublisher veröffentliche. Das würde zwar den möglichen Ertrag erhöhen, doch müsste ich mich selbst um all die Dinge kümmern, die an einer Veröffentlichung dranhängen und diese auch vorfinanzieren. Deshalb wäre eine andere Option, über eine Literaturagentur nach neuen Möglichkeiten zu suchen, nur sind auch bei denen offene Türen selten, selbst wenn man auf acht Verlagsveröffentlichungen verweisen kann. In diesem Sinne werde ich wohl weiterschreiben, aber auf die Villa am Mittelmeer, wie Konsalik sie sich leisten konnte, weiterhin warten.

https://www.wattpad.com/user/AutorinHeike

Cornelia Zurawczak


In einer Wichtelgruppe, hier bei FB, wurde ich zum Reimen aufgefordert. Jeder sollte einem zufällig Ausgewählten ein Weihnachtsgedicht schreiben. Das war 2015. Von da an hatte ich “Blut” geleckt und fand Freude am Dichten. Ich las auch die Gedichte anderer mit viel mehr Aufmerksamkeit. Mittlerweile sind zwei kleine Gedichtheftchen von mir erschienen. Als Selfpublisherin bin ich bei BoD gelandet. Das war eher Zufall, weil ich dort die „Technik“ für die Fantasy-Bücher meines Sohnes ausprobieren wollte. So habe ich meine Gedichte aus der Schublade und ein paar Fotos aus meinem Archiv geholt und habe einfach losgelegt. Gedichtheftchen Nr. 3 ist in Arbeit. Es geht um den alltäglichen Wahnsinn, Komisches und manchmal auch um Grenzerfahrungen. Eines ist allerdings garantiert: Das Happy End. https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/?q=Cornelia+Zurawczak

Daggi Geiselmann


Nach meiner autobiografischen Trilogie „Einfach nur ICH“ und dem Krimi „`Ndrangheta – Frauen in den Fängen der kalabrischen Mafia“, die ich als Selfpublisher veröffentlicht hatte, erschien mein Buch, das zu diesem Thema passt: „Der Traum vom Bestseller und die harte Wirklichkeit. Viele haben ihn schon geträumt und eben so vielen ist er schon zum Albtraum geworden. Hier erfahren die Leser, was hinter den Kulissen der Autorenwelt so alles passieren kann. Welche Fauxpas sich Autoren erlauben und wie es mit der Kollegialität wirklich aussieht. Kollegen und Kolleginnen erfahren, was man alles beachten muss, damit der Traum kein Albtraum wird. Ich bin gerne Selfpublisher, weil ich selbst entscheiden möchte, was ich wann und wie schreibe und wie mein Cover aussehen soll. Ich könnte mir jedoch durchaus vorstellen, irgendwann mal als Hybrid-Autorin tätig zu werden.

Katharina Mosel


Selfpublishing bedeute für mich, dass ich die Fäden in der Hand halte. Da ich von Hause aus selbstständig bin, ich arbeite seit über 25 Jahren als Anwältin in eigener Kanzlei, war es für mich überhaupt kein Problem, auch meine Bücher in Eigenregie zu veröffentlichen. Als Selfpublisherin kann ich entscheiden, mit wem ich zusammenarbeite (Lektorat, Cover), wie ich die Bücher vermarkte und zu welchem Preis. Wenn mir irgendwann ein Verlag ein Angebot machen würde, sehe ich es mir natürlich an und würde mir überlegen, ob mir bessere Konditionen geboten werden als die, die ich jetzt habe. Meine Bücher habe ich veröffentlicht, weil das Schreiben ein einsamer Job ist und ich natürlich wissen wollte, wie meine Geschichten beim Leser ankommen. Der Link zu meiner Facebookseite ist https://www.facebook.com/anwaeltinundautorin/ der Link zur Homepage https://www.katharina-mosel.de

Ulrike Melzer


Ich habe immer vorgehabt, mein Buch zu veröffentlichen. Habe aber auch damit gehadert : Gibt es außer mir noch andere Menschen, die die Verknüpfung unterschiedlicher Themen und Stilrichtungen mögen? Versteht das überhaupt irgendwer? Kann ich gut genug schreiben? Ich hatte dann aber so einen Drang, wirklich Schriftstellerin zu sein und genau mit diesem Material an die Öffentlichkeit zu gehen, dass ich es einfach gemacht habe. Weil es sowas eben noch nicht gibt und ich sehr neugierig war, wie die Menschen so darauf reagieren. Ich hatte vor, das Manuskript an Verlage zu schicken, da schickte mir mein Bruder ein paar Infos über Selfpublishing. Mein Interesse war geweckt. Ich haue gern alles raus sobald es fertig ist und habe die Kontrolle. Deshalb war das der richtige Weg. 2. Selfpublishing bedeutet für mich ,dass ich mich nicht von anderen abhängig mache, selbstständig bleiben und sehr viel lernen kann.

Matthias Köninger


Die Aussicht auf Blackjack, Koks und Nutten, etwas das jeden Satireautor antreibt. Die Ernüchterung kam aber schnell, Freiburg hat kein Spielcasino, die Bordelle sind teuer und nur das Koks wäre leicht in Freiburg auftreibbar gewesen. Dann wenigstens die Aussicht, dass ich Menschen zum Lachen bringen kann, es gibt wenig frustrierendes für einen lustigen Menschen, wenn Leute nicht über seine Witze lachen und als Satireautor hat man einen größeren Radius wie als Otto Normalverbraucher. Außerdem ist Autor zu sein, toll, man bekommt überall Rabatt..und…sogar bei Praktika 20 % auf Tiernahrung. Creme de Whiskas ist ein Genuss. Außerdem habe ich so eine Art innere Drang, dem ich nachgeben muss. Was bedeutet Selbstpublisher zu sein Der Traum jedes Liberalen, Freiheit und Eigenverantwortung. Aber wir sind in Deutschland, da zählt Sicherheit nun mal mehr als Freiheit und entsprechend ist der Ruf der Selbstpublisher. Daher habe ich mich für den Weg über einen Verlag entschieden. Als Selbstpublisher hat man über alles die Verantwortung, den Preis, das Cover und auch das Lektorat. Nicht immer haben Selbstpublisher verstanden, wie wichtig ein Lektor ist. Der Lektor ist der Co Pilot des Autoren und wenn der Lektor seine Arbeit schlecht oder gar nicht macht, wird eben etwas sehr wichtiges übersehen. Verlagsautoren sind nicht immer besser, aber seriöse Verlage trennen meistens schon die Spreu von Weizen. Jedem das seine

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Verena Dahms

Veröffentlichen ja oder nein, war für mich nie eine Frage. Mein Buch sollte nicht in einer Schublade vermodern. Das erste Buch habe ich über einen Kleinverlag veröffentlicht. Für das Zweite habe ich mich dann für das Selfpublishing entschieden. Weshalb? Für meine Freiheiten beim Schreiben. Ich kann mich ausprobieren, inhaltlich, im Stil. Ich kann meine Lektorin und meine Coverdesignerin selbst auswählen. Auch die nächsten Bücher werde ich auf diesem Weg veröffentlichen. Tredition http://t1p.de/n63l, und Homepage: www.verena-dahms.com
Schlusswort

Es ist immer wieder spannend zu lesen, was andere so bei ihren Entscheidungen antrieb. Bei mir war es irgendwann einfach der Mut, zu sagen: Hey, ich schreibe und vielleicht mag es ja doch jemand lesen! Dieser Entschluss war ein langwieriger Prozess. Acht Jahre schrieb ich und traute mich nicht zu veröffentlichen. Am Ende glaubte keiner mehr, dass ich diesen Schritt je wagen würde. Ich ja auch nicht. Aber irgendwann steht man auf, sammelt all seinen Mut und wagt es. Das ich je so weit komme, hätte ich mir nie erträumt.

Selfpublishing ist genau mein Weg. Ich will keinen Verlag, denn in meinem Beruf unterliege ich einem ständigen Leistungsdruck. Da wird man nach Zahlen bewertet, nicht nach Menschlichkeit und meine Seele verkaufe ich an keinen Verlag. Das möchte ich einfach nicht. Selfpublishing ist meine Freiheit, meine Entscheidungsgewalt und genau das was ich für mich persönlich, als richtig empfinde.

Ich wünsche Euch allen einen tollen Start in die Woche!

Eure Steffi Krumbiegel

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Autor: Steffi Krumbiegel

Autorin und leidenschaftliche Leserin. Auf diesem Blog möchte ich meine Leidenschaft mit anderen teilen. Alles auf diesem Blog dreht sich um Literatur, das Schreiben und natürlich das Lesen.

Ein Gedanke zu „Sonntagsbeitrag Autorenleben

  1. Ich leße gerne ab und an mit. Als Autor neigt man glaub ich manchmal dazu, etwas in seiner Blaße zu leben. Ich finde es interesant warum es andere Autoren gemacht haben, also das veröffentlichen.
    Was ihre Beweggründe und Ziele waren, das ist eines der spannenden Dinge am Autoren sein, man trifft verschiedene Menschen.
    Auch was andere über Selbstpublishing denken, fand ich intersant zu lesen.

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