Geheimbünde im 18. Jahrhundert

Passend zur Blogtour und dem Buch, durfte ich mich mit dem Thema Geheimbünde beschäftigen.

In den Romanen: Das Gift der Schlange & Der Schwur der Schlange, entwirft die Autorin einen Geheimbund, der seine Fäden in allen Bereichen, des 18. Jahrhunderts zieht. Von Kirche, bis hin zu den Fürstentümern und den Königshäusern, scheint dieser die Fäden in den Händen zu halten.

Nachdem es sich um einen historischen Thriller handelt, der voller Liebe und Detail die Intrigen der damaligen Zeit neu erfindet, schauen wir heute, was es damals mit den Bündnissen auf sich hatte.

Bereits in der Antike traten die ersten Bündnisse auf. Im alten Ägypten wurden geheime Zeichen bei den Priesterorden verwendet, um ihre esoterischen Lehren und Gebräuche weiterzugeben. Im antiken Griechenland kamen die Mysterien auf und im Römischen Reich die Pythagoreer. Im Judentum entstand eine Sekte der Essener, die bis heute als Geheimbund zählt.

Im Mittelalter standen diese im Widerspruch zur Kirche. Sie fügten sich eigenen religiösen Ansichten oder begründeten sich durch ihre Handwerkskunst. Eher bekannter waren damals die Anhänger der Bauhütten und der Steinmetze. Ihre Baukunst unterlag strengster Geheimhaltung und durfte nicht an andere weitergegeben werden. Auch das Weitergeben von Handwerkstechniken sowie -künsten war ausdrücklich verboten. Dies gilt teilweise auch heute noch.

Sehr viele Zünfte entsprangen dieser geheimen Bündnisse und scheinen sich bis in unsere Gegenwart zu halten.

 

Natürlich dürfen wir die des 18. Jahrhunderts nicht vergessen, zumal der Roman in dieser Zeit spielt.

 

Der passendste und natürlich auch bekannteste Geheimbund ist der Illuminatenorden.

Im Jahre 1776 gründete Adam Weishaupt diesen mysteriösen Bund. Nachdem die Geschichte von Barbara Drucker in der gleichen Zeit spielt, widmen wir uns diesem etwas mehr.

Weishaupt war Dozent für Kirchenrecht und praktische Philosophie. Doch dieser gehörte nicht, wie die anderen Professoren dem Jesuitenorden an und er ging der Aufklärung nach. Diese hob den Verstand und die Wissenschaft hervor, kritisierte die Herrschaft Mensch über Mensch und ebenso die Kirche.

Ein wenig erinnert mich dies an den Marchese, aus dem Roman von Barbara Drucker. Dieser, der ebenfalls Recht sowie Philosophie studierte, verfolgt seine Ziele und stellt die Kirche sowie die Fürstenhäuser stark in Frage.

Aber Weishaupt wollte, dass seine Studenten auch kirchenkritische Werke lesen konnten und deshalb entstand, mit nur zwanzig Studenten, der Vorläufer zu dem Illuminatenorden. Genau genommen glich dies eher einem Lesezirkel, als einem Geheimbund. Der Bund der Perfektibilisten, die das Symbol der Eule Minerva trugen, entstand. Dieses stand für das intellektuelle Klima der Universität in Ingolstadt.

Später betrachtete er den Orden der „Gold- und Rosenkreuzer“, mit seinem mystischen und spirituellen Ansehen sehr kritisch und empfand diese als gefährlich. Die Intrigen der damaligen Zeit spiegeln sich in der Geschichten der geheimen Orden und auch bei den Büchern von Barbara Drucker wieder.

Adam Weishaupt wollte seinen Orden in: Bienenorden umbenennen, da die Mitglieder unter der Leitung einer Bienenkönigin den Nektar der Weisheit sammeln sollten. Letzten Endes blieb es bei den Illuminaten und bereits 1780 hatte dieser 60 Mitglieder. Schnell wuchs dieser heran, aber durch den unkontrollierten Zulauf, ließ schnell das Niveau des Ordens nach.

Bekannte Mitglieder waren:

Knigge, Karl von Hessen und Ferdinand von Braunschweig, die Herzöge Ernst von Sachsen-Gotha und Carl August von Sachsen-Weimar sowie Johann Wolfgang von Goethe

Goethe nutzte seine Mitgliedschaft aus und schaffte es, dass Weishaupt nicht die Professur in Jena erhielt.

Durch die Zwistigkeiten innerhalb des Ordens und vieler Lücken, wurde dieser bereits 1785 verboten. Den Mitgliedern drohten Haftbefehle und Hausdurchsuchungen.

Am 16.08.1787 folgte das dritte Verbotsedikt, was sogar die Todesstrafe beinhaltete, wenn man diesem geheimen Orden weiterhin anhing. Man ging davon aus, dass dieser noch immer tätig war. Beamte wurden gezwungen Aussagen zu tätigen und ihre Mitgliedschaft zu widerrufen, denn sonst hätten sie mit ihren Stellungen bezahlt.

Heute erinnert nur noch eine Gedenktafel an einem Ingolstädter Gebäude, welches damals als Versammlungssaal galt, an diesen Orden.

Der Orden hatte sich ganz der Bildung im Zeitalter der Aufklärung verschworen. Deshalb gilt er als der erste politisierende Orden der Neuzeit. Das Ziel war: Freiheit durch Bildung zu erlangen. Sie glaubten, damit eine gewaltlose herrschaftsfreie Gesellschaft erreichen zu können.

Zur Mystifizierung trug bei, dass bei Eintritt in diese Gesellschaft, jeder einen eigenen Namen erwählte.

Weishaupt nannte sich Spartacus und Knigge Philo. Auch später gab es zahlreiche Geschichten über diesen Bund. Man gab ihnen mit die Schuld an der Französischen Revolution oder bei der Gründung der USA sollen sie ihre Finger mit im Spiel gehabt haben.

Der französische ehemalige Jesuit Augustin Barruel und der schottische Gelehrte John Robison verbreiteten diese These, in ihren kurz darauf verfassten Werken, über die Ursachen der Französischen Revolution. Zwar fehlten bei den Werken die Grundlagen, dennoch hielten sie damit die Theorie aufrecht, dass es diesen Bund noch immer existierte. Auch Fehler bestehen in deren Werken, indem sie die Freimaurer mit den Illuminaten gleich setzten, trotzdem verbreiteten sich ihre Ansichten rasant.

Später gab es noch Weitere, die aufgrund der Werke von Barruel und Robinson Schlussfolgerungen gegenüber der amerikanischen Regierung zogen und damit fast eine Illuminaten-Panik auslösten. Doch letzten Endes, wurden sie bereits 1787 restlos aufgelöst.

Weitere Theorien waren:

Van Helsing: Illuminaten waren Außerirdische.

Die Okkultisten nutzten sie ebenfalls. Im Dritten Reich sagte man ihnen einen antisemitischen Hintergrund nach.

Freimaurer:

Hingegen der Illuminaten existieren die Freimaurer noch immer. Sie begründeten sich im Jahr 1723 und folgten den Grundsätzen der: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität.

Dies sollen sie in ihrem alltäglichen Leben umsetzen.

Sie teilen sich in Logen auf und man geht heute von etwa 2,6Mio Anhängern aus. Sie sollten bereits damals für alle Gesellschaftlichen zugänglich sein. Gegründet in England, bildeten sie Lesesäle und waren ebenfalls Anhänger der Aufklärung. Sie vereinten alle Bildungsgrade und machten auch bei Glaubensfragen keinen Unterschied.

Im Werk von Barbara Drucker findet man den Orden, der Schlage. Bei meinen Recherchen zu diesem Thema und dem Schreiben des Beitrags, lernte ich einiges dazu.

Barbara verwendet eine gute Mischung zwischen den Freimaurern und den Illuminaten. Mit Fingerspitzengefühl und Detailverliebtheit erschafft sie eine grandiose Inszenierung. Eine Geschichte die nicht hätte besser in Szene gesetzt werden können, die voller Spannung erzählt wird und einen förmlich in die Zeit 1788 zieht, sie erleben lässt und einen vollkommen vereinnahmt.

Manchmal hörte ich das Klackern der Hufe, sog den Duft der damaligen Zeit ein und wandelte an der Seite des Marchese.

Barbara Drucker 

Barbara Drucker – Facebook

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Rezension

Beitrag: Scarlatti