Femina Rezension

Produktinformation

Format: Kindle Edition

Dateigröße: 969 KB

Seitenzahl der Print-Ausgabe: 252 Seiten

Verlag: neobooks (10. August 2014)

Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.

Sprache: Deutsch

ASIN: B00KTWMSMW

Klappentext:

Im matriarchalischen Königreich Femina sind – vor allem wegen des Mangels an Männern, die wegen ihrer biologischen Funktion abwertend Spermaten genannt werden – alle sexuellen Kontakte staatlich reglementiert. Paradoxerweise erhalten sie dadurch ein besonderes Gewicht im gesellschaftlichen Leben. Dies wird durch die nudistische Lebensweise, die wegen der hervorragenden klimatischen Bedingungen in Femina gepflegt wird, zusätzlich unterstützt.

Fahlu kennt nichts anderes und fühlt sich in seiner Heimat Femina durchaus wohl, zumal es eine ganze Reihe junger Frauen gibt, die gern ihren Spaß mit ihm haben. Und dann gibt es noch die dienstlichen Aufträge, die dem Weiterbestehen der Gesellschaft dienen…

Wir begegnen neben Fahlu auch den Frauen Kritana und Heiba, die besondere Rollen in Fahlus Leben spielen. Aber kann sich unter diesen Bedingungen mehr entwickeln? Neben expliziten Schilderungen erregender sexueller Begegnungen ist es die ungewohnte Perspektive des Zusammenlebens der Geschlechter, die den Reiz der Lektüre ausmacht. Sie vermittelt ein Gefühl dafür, dass selbst absurd oder gar inhuman erscheinende Sitten und Gewohnheiten den Beteiligten als durchaus normal vorkommen können, wenn sie damit aufwachsen.

Zusammenfassung:

Das Königreich Femina besteht aus einer gesellschaftlichen Ordnung, bestehend aus Frauen und Spermaten. Nachdem diese Frauenbewegung die Herrschaft übernahm, welche gezielt auf dem Intellekt von Frauen und deren Forschung besteht, wurden die männlichen Wesen nahezu ausgelöscht. Doch einige wenige Männer, genannt Spermaten, dienen diesen Frauen und sorgen für den Fortbestand dieses Reiches. Der Grundgedanke eine feministische Gesellschaft zu beschreiben, in der Männer ausschließlich der Lust und der Zeugung dienen, klang anfangs gar nicht mal so unspannend.

Der Leser begleitet Fahlu über einige Jahre hinweg, der einem seine Geschichte erzählt. Man erfährt wie Jungen nach dem 4. Lebensjahr den Müttern entrissen werden, diese auf Internate kommen, ihre Mütter nicht bei dem Vornamen benennen dürfen, ihrer Ausbildung und diversen Riten. Das ganze spielt in der Gegenwart. Hier setzt der Autor einfach dieses Königreich in die heutige Zeit, mit all seinen technischen Errungenschaften. Der Grundgedanke einer solch utopischen Welt, war nicht schlecht.

Fazit:

Das Buch holte ich mir, damit ich einmal erleben durfte, wie ein Mann einen Erotikroman schreiben würde. Nun denn, ich wurde geringfügig enttäuscht.

Zu Beginn hätte ich dieses Werk noch als Gesellschaftskritisch einstufen können, doch leider wurde es mir zu viel. Zwar konnte man Mitleid mit dem Spermaten Fahlu bekommen, der permanent seine Spermien abgeben, verteilen musste, förmlich zum permanenten Sex gezwungen wurde, doch der Autor beschönigte die wiederkehrenden Handlungen.

Sperma spritzt in Unmengen, Frauen wurden vor Kameras in Zeremonien begattet, für Liebe gab es keinen Platz und Hauptsache der Zuchthengst behielt seine Standhaftigkeit sowie ausreichend beweglicher Samenzellen.

Nicht umsonst hießen die männlichen Protagonisten: Fahlu, Phenis und Hodan. In der schulischen Ausbildung gehörte Spermaweitspritzen zu einer der Disziplinen und so einige Fehler kamen mir in der Geschichte unter.

Der Grundgedanke, eine rein feministisch gesteuerte Welt zu erschaffen, klang im ersten Moment interessant. Damit überzeugte er mich genau 70 Seiten lang. Doch der gesamte Plot, die Geschichte und die Logik hinken.

Punkt 1:

Alle laufen nackt herum. Schuhe haben sie und zu diversen Anlässen trägt man einen Minirock. Mal zum Thema Arbeitschutzkleidung, die hat einen Sinn. Und auch der Sklave Fahlu, der dann plötzlich Elektriker war, blieb innerhalb seiner Tätigkeiten immer nackt. Ach und allein die Tatsache, dass der Mann auch als Handwerker dienen musste, fand ich unlogisch. (Paar Seiten später, fiel dem Autor der Fehler selbst auf und es kam der Nebensatz: Die Dame hätte auch einen weiblichen Handwerker rufen können.)

Punkt 2:

Es gibt auch in dem Königreich unterschiedliche Gesellschaftsstufen. Während die unteren Schichten nur mit künstlicher Befruchtung Kinder gebären können, haben die oberen Schichten Spermaten. Ähm ja und da gibt es keinen Aufstand? Keinen Zickenkrieg? Nicht spannendes?

Punkt 3:

Der witzigste Tippfehler den ich bisher fand:

Zu einer Begattungszeremonie wird Fahlu ein Penisring aufgesetzt… Im Buch hat der einen Durchmesser von 5mm. Bei aller Liebe, das würde echt wehtun. Vermutlich sollten es dann eher cm sein, aber was weiß ich schon.

Punkt 4:

Diese Orgien. Mussten die wirklich sein und das in Dauerschleife? Irgendwie empfand ich die sexuellen Handlungen zwar gut formuliert, aber es waren einfach zu viele. Wenn Fahlu auch Elektriker war, wieso kam dies nie in der Vorbeschreibung vor, warum drehte sich alles nur ums Thema Befruchtung?

Letzten Endes empfand ich diese Geschichte zu flach. Die Grundidee war nett, aber sie verlor durch diese permanenten Handlungen und die Protagonisten waren mir zu fad. Es ergab keinen tieferen Sinn, die Welt ist aufbaubar aber da muss mehr, außer Begattungsrituale, Spermagewinnung und Genkontrolle rein. So ist des nix. Die Frauen allesamt farblos und sie teilten diesen Mann mit Töchtern, Nichten usw. Klar spiegelt er diese kranke Welt wieder, aber was zu viel ist, ist zu viel.

Zum Schluss darf man den Perspektivwechsel innerhalb der Geschichte nicht vergessen. Zwar erzählten zwei Frauen zwischenzeitlich ihre Geschichten, damit hatte es was von einer Doku, doch da passierten Fehler. Er wechselte zu oft von der Ich- zur Erzählerperspektive und dies ließ einen den Faden verlieren.

Bewertung in Kurzform:

Cover: 2 Sterne (Nein, so kam diese Welt auch nicht im Buch vor.)

Idee: 4 Sterne (Eine Welt nur aus Frauen bestehend und Männer als Sklaven. Warum nicht?)

Umsetzung: 2 Sterne (Wie gesagt, die ersten 70 Seiten waren gut, leider folgten da noch 250)

Stil: 3 Sterne (Schreiben kann der Autor und ich lernte viele Synonyme für Phallussymbole kennen.)

Charaktere: 1 Stern (Nein, keiner erreichte mich.)

 

Macht: 2,4 Sterne

2 Sterne

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Autor: Steffi Krumbiegel

Autorin und leidenschaftliche Leserin. Auf diesem Blog möchte ich meine Leidenschaft mit anderen teilen. Alles auf diesem Blog dreht sich um Literatur, das Schreiben und natürlich das Lesen.